
Leitung: Frank Köllges
Das Ensemble wurde im Rahmen der "Offenen Tür" der Philharmonie Köln im Jahr 1999, noch unter der Leitung von Herrn Ohnesorg, von Frank Köllges (alias adam noidlt) zusammengestellt.
Frank Köllges über Adam Noidlt Missiles: "Adam Noidlt Missiles ñ Das Ziel meiner Träume im Orchesterbereich. Während sich Adam Noidlt Missiles 11 Jahre lang als eine der vergnüglichsten Sozialarbeiten gestaltete, wo jeder, der nur irgendetwas konnte, um damit eine Spannung von 5 Minuten Dauer zu erzeugen, eingeladen war mitzuarbeiten, so hat sich, nach einer zweijährigen Besinnungspause, die Auffassungsgabe der Adam Noidlt Missiles enorm weiterentwickelt, obwohl sich die Steuerzeichen kaum veränderten. Die Art und Weise des Spiels wurde verantwortungsvoller und feinsinniger als je zuvor, die Pause als Akt erkannt."
Spezialaufträge im Event-Bereich fanden grosse Anerkennung:
Wiener-Platz zu Köln Wie spielt die Musik(CD)4-stündige Konzept-Beschallung(Kunstverein Köln-Mühlheim)
100 Jahre Baseler Baugesellschaft (Maschienenkonzert (CD) plus Einsatz von 30 Sinneskellnern-innen)
Eröffnung der ¥Winterlicht`-Saison in der Autostadt Wolfsburg Auftragskomposition (NDR)
150 Jahre Diözesan-Museum Köln(Festgestaltung mit integriertem Meister-Festival)45 Mitwirkende(VCD)
Wiedereröffnungs-Installation im und am Kaufhaus MANOR Zürich (VCD)
Die "Bömmelholz"-Prozession Düsseldorf (VCD) (Auftrag im Rahmen des `German Travel Mart¥
Adam Noidlt Missiles - Pressetext
Jedes Konzert ist ein individuelles Ereignis, die Inszenierung eines Erlebnisraumes sui generis; das ist ein Grundsatz des "kybernetischen","demokratischen" Orchesters.
Vorab festgelegt: Nur wenig; einige Grundstrukturen, die Arm-und Handbewegungen des Dirigenten FRANK KöLLGES (alias adam noidlt), die Tempo, Klangintensität und Intervalle angeben. Ansonsten Mimik, Körpersprache, Tanz des Dirigenten, die Stimmung und Charakter der Musik, Einfälle vermitteln, Soli fordern oder die Rhythmusgruppe antreiben - "wild conducted system".
Keine Noten, keine Partituren, kein Repertoire, sondern Improvisation, ad-hoc Komposition, Freisetzung von Energie, Dialoge mit dem Umraum. Kommunikation, nicht nur der Musiker und ihrer vielfältigen Instrumente untereinander, sondern auch mit ihrer jeweiligen Umgebung, mit Werken der Kunst, mit Landschaften, Bauten, deren Eigenart und Klangfarbe aufgenommen, musikalisch umspielt und umgesetzt wird. Entsprechend interdisziplinär und multimedial ist dies Orchester von Individualisten ganz unterschiedlicher Herkunft und Fähigkeiten: Musik und Visuelles gehen, sich gegenseitig Impulse gebend, in ständig wechselnden Konstellationen interpretativ aufeinander ein.
Stil: die Collage. Alle musikalischen Richtungen, denen die einzelnen Orchestermitglieder entstammen und die das Publikum jeweils als vertraute Hörgewohnheit schätzt: von den verschiedenen Sparten des Jazz über Rock, Pop, Folklore, Blues, Salsa, Flamenco bis hin zur neuen E-, und experimentellen oder konkreten Musik, von sanfter Melodiösizität bis hin zum puren Geräusch oder atonalen Creszendo wird alles zitiert, oftmals witzig, ironisch konterkariert, gelangt niemals zur Entfaltung, wird unterbrochen, im ständig rollenden Fluss der Musik verwandelt, ins Quer, Schräge, absichtlich Disharmonische überführt. Die Erfüllung und das Abbrechen von Erwartungshaltungen setzen beim Hörer Erkenntnis-prozesse in Gang. Gefühle und Ideen werden frei. Dies ist "freie populäre Musik, man sieht, wie sie gemacht wird"( Frank Köllges). Niemals wirkt dieser 'pädagogische' Impuls belehrend, dafür sorgt zum Beispiel die alles mitreissende Spielfreude der Musiker, wenn sie aus dem Wechselspiel von Solisten und kleineren Orchestergruppen heraus, vorwärts getrieben vom ständig schwingenden Rhythmus, schliesslich unter massivem Einsatz des gesamten Klangkörpers das Ganze zu einem Höhepunkt von wuchtiger Eindringlichkeit steigert.
Spätestens hier schlägt beim Publikum dieses ganz und gar unkonventinellen Orchesters die Balance zwischen Irritation und Unterhaltung um in reine Euphorie.
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